TR4 World

Teardrop WohnSchlafanhänger

Wie schon im Artikel über die Anhängelasten erwähnt, bin ich währed eines Wohnmobilurlaubs 2020 auf Teardrop-Wohnanhänger Anhänger aufmerksam geworden. Diese Teardrops waren in den Anfangszeiten des Wohnwagen-Campings beliebt, da sie auch von den kleinen, recht schwach motorisierten Autos gezogen werden konnten. Ihren Namen haben diese Anhänger von der tropfen- oder tränenförmigen Form.

Das Wort Wohnanhänger ist vielleicht etwas übertrieben, da sie aufgrund Ihrer Größe eher nur zum Nächtigen gedacht sind. Immerhin haben sie im Allgemeinen eine kleine Küche, die üblicherweise durch eine Klappe im Heckbereich zugänglich ist. Man kocht also von außen. Damals kein Problem, heute eher unüblich und etwas spleenig. Das passt doch wunderbar zu einem englischen Oldtimer.

Inspiration

Hier ein paar eingebettete Fotos (Rechte bei jeweiligen Eigentümern) von Teardrops, die mich inspiriert hatten:


Hier ein Hirth Tramp von 1951, der fast jedes Mal bei der Classic-Gala-Schwetzingen im Schlossgarten zu sehen ist. Hiervon wurden 60 Stück gebaut. Näheres dazu im Caravan-Museum

Einige schicke Exemplare habe ich gefunden, die die Formen des Zugfahrzeuges wieder aufgenommen haben.



Hier einer der Urväter samt Bauplan aus der Septemberausgabe von Mechanix Illustrated 1947. Immerhin schon mit Eisschrank und Frischwassertank!

Irgendwie reifte der Entschluss, einen solchen Wohnanhänger zu bauen, der vom Stil her zum Triumph passt und die Seitenlinie und Heckpartie mit Kotflügeln und Schlussleuchten wieder aufgreift.

Entwurf

Also etwas gehirnt über Länge, Breite, Höhe, Zuladung, Raumaufteilung, Höhe von Rahmen über der Fahrbahn und ran ans "digitale Zeichenbrett". Also Excel erstmal das Berechnen von Bezier-Kurven beibringen, Flächen Berchnen und mal überschlagen, wiedas Ganze gewichtsmäßig hinkommen würde. Erst Hochrechnungen ergeben 120 kg für Fahrgestell mit Beleuchtung, Rädern, Bremsen, 140kg für den Aufbau (Holz, Schrauben, Epoxy, Griffe, Schlösser, Lack...), 50kg für festinstallierte Technik incl. Kabeln, Batterie, ladegerät, Steckdosen und 70kg für "lose" Sachen wie Kocher, Gaskartuschen, Proviant, Wasser, Getränke, Matratzen, Besteck, Kochutensilien und die Taschen für die Kleidung. Also rund 400kg. Mal sehen, wie gut das später hinkommt.

In jedem Falle sollte das gut vom TR4A zu ziehen sein.

Grundgedanken

Safety first

Hänger mit ordentlich großen Reifen (30cm Reifchen vom Tretroller kommen nicht in Frage) und Bremsanlage, möglichst auch mit zum Gewicht passenden Stoßdämpfern ist mal gesetzt.

Rückfahrkamera

Da wir gerade bei den Themen Sicherheit und Sicht nach hinten sind: Für längere Fahrten wird wahrscheinlich eh immer ein abnehmbares Navi im Triumph mitfahren. Die Schnittstelle für eine kabellose Kamera ist vorhanden. Somit soll im Heckbereich des Anhängers noch eine Kamera installiert werden. Die ersetzt aber nicht die notwendigen zusätzlichen Außenspiegel.

Design

Damit alles nett aussieht, und zum Triumph passt, darf die Höhe nicht zu groß werden. Damit man dennoch innen genug Platz hat, muss allerdings die Grundplatte recht niedrig liegen. Also muss ein tiefliegendes Fahrgestell her, das möglichst flach über der Achse endet. Diese wiederum kommt aber wegen der oben genannten normal großen Räder trotzdem recht hoch. Vielleicht lässt sich aber noch was mit Fußmulden machen, die Bettebene wird aber definitiv vom Fahrgestell definiert.

Ich würde gerne die Seitenlinien und insbesondere die Heckkotflügel mit den Rückleuchten als sehr charakteristische Elemente des Zugfahrzeugs auch beim Anhänger wieder aufnehmen. Das ergibt gleich weitere Punkte:

Breite

Möchte man mit zwei Personen im Anhänger gut übernachten können, dann sollte das Bett im Bereich von Hüfte bis Schultern ausreichend breit sein -am besten 1.60m- und 1.20-1.30m im Bereich der Radkästen/Knie haben; da ist die Auflagebreite. Das setzt damit eine Untergrenze der Breite. Mahr wäre hier zwar besser, aber in Bezug auf die Breite gibt es zu beachten, dass der Triumph selber recht schmal ist. Um Zusatzspiegel kommt man wohl nicht herum. Ein Hänger mit breiter Spur wird in der Kurve dann weit innen fahren. Zudem muss man am Hänger auch vorbei schauen können. Selbst mit weit ausladenden auf die Kotflügel aufgesetzten Anhängerspiegeln wird mit breitem Anhänger schwierig (und sieht selten dämlich aus). Zusätzlich sollte der Hänger hinten nicht wesentlich breiter als der Triumph werden, um die Optik beizubehalten. Mehr als 1.20 Breite hinten bei den Rückleuchten fällt sofort auf und lässt den Hänger unproportional breit erscheinen (1); was insbesondere auch an der Lage der Rückleuchten liegt. Gleiche Breite (und Spurweite) wie beim Triumph sieht zwar Klasse aus, ist aber innen ganze 20cm schmaler zwischen den Radkästen und damit zu eng (3). Das lässt sich jedoch mit etwas schräg gestellten (bei (4) mit deutlichen 2.5° in der Horizontalen nach außen gedreht) und ausgerundeten Seitenwänden optisch recht gut kaschieren und gibt doch die gewünschte Breite beim Oberkörper. Auch der Triumph ist ja nucht schnurgerade sondern in den Seiten leicht gewölbt mit einer Karosse, die vorne breiter als hinten ist. Wahrscheinlich wird es auf 1°-1.5° beim Hänger rauslaufen. Eine größere Spurweite ist in puncto Stabilität beim Fahren auch nicht zu verachten. Der Breite muss also besondere Beachtung bei der Planung beigemessen werden.


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aus meinem Repair Manual

Rückleuchten

Ein Satz TR4 Rückleuchten wäre toll, aber bekomme ich für die uralten Dinger ohne E-Kennzeichnung überhaupt den Segen des TÜV? Rückmeldung vom TÜV: Nein, auch nicht bei einem Oldtimer-Anhänger. Und außerdem haben die integrierte eckige(!) Rückstrahler. Die sind nur für KFZ; Anhänfger benötigen dreieckige. In der Zwischenzeit habe ich aber festgestellt, dass einige Lucas-Leuchten inzwischen auch e-geprüft erhältlich sind.

Fahrgestell

Würden alte Rückleuchten auf einem alten (quasi H-fähigen Fahrgestell) zuzulassen sein? Auch heute? Gibt es eigentlich H-Kennzeichen für Anhänger? Basierend hierauf würde ich entweder ein passendes altes Fahrgestell besorgen und restaurieren müssen (Können dort passende Stoßdämpfer (s.o.) angebracht werden?) oder ich würde mir ein neues Fahrgestell aus Einzelteilen bauen bzw. ein Komplettfahrgestell besorgen.

Rückmeldungvom TÜV bgl. altem Fahrgestell: Wenn dort andere as die Originalleuchten dran sollen, müssen die E-grprüft sein. Ab Bj 1991 muss eine Nebelschlussleuchte dran.

Möglichst tiefliegend soll es sein und idealerweise ein T-Fahrgestell und kein V-Rahmen, da zeitgenössischer. Dann wird aber die Befestigung von Stoßdämpfern aufwändiger.


Mögliche Fahrgestelle von der Stange, leider alle mit Ladehöhen von 58cm oder mehr.

Stema STP 02 8.5-21-13.1 850kg, 210 x 128, 58cm, innen, kurz 1300
Stema STP 02 8.5-25-13.1 850kg, 251 x 128, 58cm, müsste gut passen, ZGG ausreichend 1300
Stema STP 02 10-30-13.1 1000kg, 301 x 128, 58cm, einen Ticken zu lang , 1 Tonne 1500

Einzelanfertigung

Für die Segelboote hatte mein Vater immer Anhänger von Echtermann-Anhänger. Vielleicht können die mir einen passenden tiefliegenden Anhänger bauen.

Reifen und Felgen

Wie eingangs beschrieben, sollen die Reifen den gleichen Durchmesser wie das Zugfahrzeug aufweisen und keine Winz-Räder sein. Warum nicht auch gleich die gleiche Breite und gleiche Nabe. Ein Ersatzrad würde dann gleich alle 6 Reifen abdecken. Dann müsste ich aber auch die Speichenräder mit Zentralverschluss auf dem Anhänger zugelassen bekommen und brauche Nabenadapter dazu. Mal sehen, was der TÜV im Vorfeld davon hält.

185/70 R 15; also 640mm Gesamtdurchmesser

Nochmal zurück zu den Rückleuchten

Wenn die alten Rückleuchten nicht machbar sind: Darf ich sie dann trotzdem als Dummies bzw. Katzenaugen (also nur die Gläser) neben (eigentlich "über") den eigentlichen, neuen Rückleuchten (s. Zusatz-Lichtleiste unten im 3D Modell) montieren oder gilt auch hier: Was dran ist, muss auch funktionieren? Die scheußlichen Dreiecksrückstrahler und seitlichen Reflektoren verschandeln zwar die Optik, aber da wird es keinen Weg drumherum geben.

Nochmal Sicherheit: Schwerpunkt

Der Schwerpunkt des Anhängers MUSS vor der Achse liegen. De facto heißt dies, dass eine Stützlast auf die Anhängerkupplung wirken MUSS. Warum das so ist, wird hier sehr gut verdeutlicht. Ansonsten schlingert es hinten nämlich schnell, und heftig.

Auf der anderen Seite darf die Stützlast auch nicht zu hoch sein, da sonst a) die Hinterachse des Zugfahrzeuges zu stark be- und die Vorderachse zu stark entlastet würde. Beides ist nicht gut und darum gibt es in den Papieren neben der Anhängelast auch einen Eintrag für die max. Stützlast. Aber nochmal: Es MUSS eine Stützlast auf die Kupplung wirken, möchte man keine bösen Überraschungen erleben.

Grob als Daumenregel wird die Achse wohl etwas hinter Aufbaumitte liegen. Hinten kommt ja die Küche mit vielen Utensilien hinein, die einiges an Gewicht mitbringen, welches aber mehr oder minder konstant ist; wenn man mal von den auf der Hinfahrt vollen und auf der Rückfahrt leergegessenen, alles in allem aber recht leichten Corn-Flakes Packungen absieht. Etwas anders sieht das mit Frisch- und Abwasser aus. Da verschiebt sich was von Frisch- zu Grauwasser. Wenn beide aber nebeneinander gelagert werden, dann hält sich das aber eben doch die die Waage. Die Batterie wird wahrscheinlich die schwerste Einzelkomponente sein, mit ihrer Position könnte man später den Gesamtschwerpunkt austrimmen (vorne auf die Deichsel, unter den Boden, kurz vor die Achse, kurz hinter die Achse...). Variable Lasten (Getränke schlagen da besonders zu Buche: 6-Pack Cola a 1.5l sind fast 10kg) sollten achsnah positioniert werden können, damit sie nur geringen Einfluss auf die Lage des Schwerpunktes nehmen.

Elektrik

Batterie, Landstrom-CEE-Stecker, FI-Schutzschalter, Verpolungsanzeige (Trotz eigentlich festgelegter Polung im CEE weiß man ja nie so genau, wie dann tatsächlich auf den Campingplätzen verkabelt wurde), ordentliche Kabelquerschnitte, Laderegler und 230V Inverter. Schalter und Steckdosensortiment sollten wenn möglich in Vintage-Optik gehalten werden. Dementsprechend sollte moderner Schnickschnack wir USB Steckdosen möglichst verborgen montiert werden, damit sie nicht zu sehr auffallen.

Externe Solartasche mit 100W oder mehr, über fest und versteckt angebauten Anderson Stecker anschließbar wäre nett. MPPT Solarladeregler fest installiert.

Die Batteriekapazität sollte ausreichen, um am Tag auch mal zwei LiPo 3S Akkupacks zu je 5Ah für die vintage-Modellrennboote laden zu können plus üblichen Verbrauch. Also mind. 20Ah entnehmbar -und das ist wirklich knapp und ohne Kühlschrank gerechnet, d.h. 50Ah Gel-Akku oder 20-30 Ah LiFePO4 Akku; aber lieber mehr. Batterie, Verbrauch und Solaranalage müssen dann aufeinander abgestimmt werden.
Näheres zur Elektrik hier.

To cool or not to cool?

Eisschrank im wahrsten Sinne des Wortes, d.h. mit Eiswürfeln von der Tanke oder Styroporbox mit Eispacks oder Peltier-Elemente-Kühlschrank, der nur bis 18° unter Außentamperatur kühlen kann oder Kompressorkühlschrank? Gas-Elektrokombi scheidet wegen Platzbedarf eh aus; große Gasflasche soll deswegen auch nicht unbedingt mitgeschleppt werden müssen. Wahrscheinlich wird es auf einen kleinen energiesparenden Kompressorkühlschrank rauslaufen. Eigene Experimente mit Peltier-Elementen haben nur das bestätigt, was man auch sonst überall liest: Gut, um etwas abzukühlen, brauchen aber viel Strom, wenn sie große Kühlleistung vollbringen sollen. Außerdem ist bei einer Temperaturdifferenz von 18° Schluss. Bei 35° Im Sommer hat das Hackfleich dann im Kühlschrank 17 Grad. Bleibt nur zu hoffen, dass die ebenso warme Cola die Salmonellen schneller im Magen wegverdaut, als sie Schaden anrichten können...

Dennoch wird die Verwendung des Kühlschranks der Hauptenergiefresser sein. Kein großes Problem bei Landstromanschluss, bei Batteriebetrieb aber wirklich problematisch.

Damit wären wir bei der...

Küche

Zweiflammiger Gasherd/grill, mit Gaskartuschen, ohne festinstallierte Gasleitung. Dann entfällt auch die Gasprüfung.

Spülbecken mit Wasserhahn und elektrischer Wasserpumpe. Ggf. mit Bausekopf, um außen sich kurz Abduschen zu können z.B. Sand von den Füßen; für mehr reicht der Tankinhalt nicht- Apropos Tannkinhalt. Je ein Tank für Frisch- und Grauwasser mit je 12-20L Inhalt nebeneinander (s. Schwerpunkt) direkt unter die Spüle.

Ablagen für Gewürze, Besteck und Kochutensilien, Schrankplatz für Vorräte, geschirr, Pot&Pan, Ausklappbare Arbeitsplatte, alles sicher zu verstauen.

Stauraum Innen

Vor dem Hauptschott. Damit beim Bremsen hier nicht alles rausfliegt, müssen Schiebetüren oder gut schließende Klappen oder Flügeltüren vor die Fächer.

Lüftung

Auch ein Sicherheitsthema. Da der innenraum recht kleinvolumig ist, muss unbedingt zwangsbelüftet werden, will man nachts nicht ersticken. Vorne unten kommen zwei Lufteinlässe hin (ggf. bietet sich die Position der "Scheinwerfer" hier von selber an), auf das Lach kommt ein vom Bootsbau bekannter Zwangslüfter oder ein Ausstellfenster; ggf. sogar mit regulierbarem Ventilator.

Bett

Zwei separate Betten nebeneinander. Beachte die Überlegungen zu "Breite" weiter oben. Im Beriech Hüfte bis Schultern maximale Breite. Lattenrost, dreigeteilt, aufklappbar zu Sessel mit Rückenlehne. Im aufgestellten Zustand sollen zwei Ausbuchtungen im Boder für zusätzlichen und bequemen Fußraum sorfgen.

Beschläge

Wenn möglich, so sollen Griffe im Stil des TR4 verwendet werden; die sind allerdings sehr hochpreisig; gfg. werden Griffe reverse engineered und 3D gedruckt; ggf. aus Metall nachgießen. 3D Modelle von TR6 Griffen habe ich schon gezeichnet, sind aber schmaler als die vom TR4 und benötigen eigentlich eine Griffmulde, um oderntlich reingreifen zu können; ein TR6 hat aber auch keine. Mal sehen. Die Türfallen könnten normale Fallen von Zimmertüren werden.

Als Scharniere sollen bei Heckklappe und Türen Versteckscharniere zum Einsatz kommen. Bei der Heckklappe könnten ggf. Kofferraumscharniere von Serienfahrzeugen Verwendung finden; Selbstbau wäre aber auch dort eine Option. Die Scharniere der Türen sollten Einstellmöglichkeiten bieten, damit später schöne Spaltmaße resultieren.

Bauweise

Auf eine ausreichend stabile und dicke Grundplatte kommt ein Grundgerüst. In der Seitenansicht ein Ei. Bei der Bauweise wird sich dem Bootsbau angelehnt, so ähnlich, wie es CLCboats macht. Dort jedoch mit modernerem Design, kleinerer Küche, weniger Stauraum und in Stitch'n'glue Technik.

Es gibt ein Hauptschott in Nähe der Achse, welches den Schlafbereich grob von der Küche separiert. In der Draufsicht sind die Seiten leicht gebogen, in der Frontansicht darüber hinaus leicht nach innen gekippt. Es erfolgt kein direkter Übergang von der Seite zum Dach sondern es kommen noch Übergangsschrägen dazwischen. Diese weisen dann in sich eine starke Krümmung auf. In der Frontansicht passt die Silhouette von Seiten und Dach dann sehr gut zum TR4 mit augespanntem Verdeck.

Dort, wo die Plattenbereiche aneinander stoßen kommen formverleimte stark gebogene Längsstringer zum Einsatz. Ins Dach kommen zusätzlich noch ein- zwei Halbspanten und mehrere Decksbalken. in den Bugbereich kommt qualsi als Horizontalspant eine Ablagefläche. Im Küchenbereich trägt die Verkastung von Arbeitsplatte und Fächern zur Steifigkeit bei.
Insgesamt entsteht durch Eiform und Bauweise aufdiese Art eine leichte aber extrem feste und verwindungssteife Hülle. Auch die Heckklappe, die nach Fertigstellung der Hülle genauso wie die Türen passend herausgesägt wird, ist damit eigenfest.

1:10 Modell

Um die Bauweise und deren Festigkeit und mögliche Problemstellen beim Bau frühzeitg beurteilen zu können, wird ein erstes 1:10 Modell hergestellt (noch ohne Kotflügel und Rückleuchten):




Bilder vom Halbmodell; noch ohne Kotflügel. Wenn man genau hinschaut, sieht man den gebogenen Verlauf der Seitenplatten. In der Mitte ist der Aufbau 10cm breiter als z.B. hinten. Die Differnz zu vorne sind ca. 5cm.


Selbst das Halbmodell ist schon erstaunlich fest.

Wahrscheinlich werde ich den Wohnwagen gegenüber dem ersten Modell noch ca. 10 cm höher machen und 20-30cm länger. Dann komme ich zwar in der Länge nicht mit einer Platte hin (die sind üblicherweise 120 x 250 cm groß), aber es gibt mehr Länge im Schlafbereich und die Türen sowie der Frontbereich schauen nicht mehr so gedrungen aus.

Bau

Das Erstellen des Halbmodells hat gezeigt, dass der Aufbau -selbst mit den ganzen Biegungen- recht schnell von statten gehen kann. Als erstes werden auf der Grundplatte die wichtigsten Maße aufgetragen (ggf. Bodenausschnitte vornehmen). Danach werden die Koordinaten des Verlaufs von den Seiten auf die Seitenplatten aufgetragen und recht genau ausgeschnitten. Im Modell habe ich es CNC gefräst. Der äußere Teil wird nicht weggeworfen, denn den brauchen wir zur Formgebung für die äußeren Deckstringer! Damit die Abstände von vorderem und hinterem Ende auch exakt erhalten bleiben, sollte zwischen beiden ein Steg stehenbleiben. Die Seitenplatte daher nicht genau am Rand enden lassen sondern ca. 5cm davon entfernt.

Diese werden aus mehreren Lagen dünner Vollholzleisten mithilfe diverser Schraubzwingen (Im Modell Klammern) in dieser Negativform verleimt. Das sieht man in den Bildern oben ganz gut. Im Modell halten Klebestreifen die lLeistchen unten, in groß kann auch mit Steinen von oben beschwert werden. Darauf achten, dass zwischen Form und Leisten möglichst kein Klebstoff gerät.
Mit den inneren, größeren wird ähnlich verfahren. Im Modell hatte ich dafür auch eine Form, beim richtigen Anhänger wäre es Verschwendung, dafür eine ganze platte zu opfern. Hier werden die Koordinaten auf die Grundplatte aufgetragen, Klötze aufgeschraubt, die die Form ergeben und daran mit Schraubzwingen der Decksbalken geformt. Die Schraublöcher werden später aufgebohrt und mit eingeleimten Dübeln wieder verschlossen.
Danach werden die dünnen Basen von den Seitenteilen (In den Bildern oben ober- bzw. unterhalb der Seitenteile) nach Plan gezeichnet (auch andere Maße wie Lage der Türen und Hauptschott) hier schon anzeichnen) und ausgeschnitten. Diese geben den Seitenplatten die Wölbung. Die Basen werden dann mit den Seitenteilen verleimt, Durch die Wölbung müssen die Seiten vorne und hinten etwas überstehen und in der Mitte bündig mit der Basis abschließen. Dann die äußeren Decksbalken an die Seitenplatten anpassen und anleimen.
Als nächstes wird das Hauptschott (bzw. dessen oberer Teil hergestellt.

Nun können die Seiten und das Hauptschott aufgestellt werden. Die inneren Decksbalken werden in die Aussparungen vom Hauptschott eingelegt und vorne an den richtigen Stellen auf der Grundplatte befestigt.

Danach werden die diversen Verstärkungen in Dachmitte eingebracht sowie die zusätzlichen Spanten oben und die Ablage vorne.

Ergänzen: Türzargen und Türverstärkungen jetzt innen vorsehen, Radhäuser verkasten.
Jetzt kommt auch schon die Dachmitte (nur grob vorgeschnitten) drauf. Vorne anfangen und nach hinten durcharbeiten über die Küche hinweg bis zum Ende. Aufgeschnitten wird erst später. Darauf achten, dass am Ende nicht mit dem Grundbrett verklebt wird ;-)
Dann Seiten und Dach passend schmiegen (Fräsen, Hobeln, Schleifen...). Anschließend die Übergänge aus diversen Teilplatten (auch nur grob vorgeschnitten) aufleimen. Dabei Laschungen vorsehen, damit a) nicht stumpf an Stumpf geleimt wird und b) die Rundung möglichst gleichmäßig hierdurch schon erzwungen wird. Immer je Seite ein Teil aufleimen und vollständig trocknen lassen, bevor die nächsten Teile pro Seite ergänzt werden. Im hinteren Teil der Küche darauf achten, dass die Übergänge NICHT mit den Seitenteilen verleimt werden sondern nur mit Hilfsdecksbalken (müssen auch noch hergestellt werden).
Während des Wartens aufs Trocknen kann die Inneneinrichtung angepasst werden.
Danach ist die Haupt-Hülle rohbaufertig und es müssen die Kanten versäubert werden.

Kotflügel

Die gesamte Seitenlinie wird in Spantenbauweise erstellt: An den markierten Stellen werden die Spanten eingesetzt. am oberen Ende, am Seitenknick und unten werden Längsleisten vorgesehen. Die obere Längsleiste muss in Draufsicht der Biegung der Seitenplatten und in Frontalansicht der Form der Spanten angepasst werden. Die Leisten im Seitenknick erhalten eine halbhohe Aufdoppelung in Kotflügel-Sperrholzstärke bzw. werden in Dicke des Sperrholzes halb ausgefräst. Das brauchen wir später, damit die obere Sperrholzbeplankung schön gleichmäßig unter der unteren Beplankung liegt und einen schönen Knick ergibt ;-)
Beplankung oben anpassen und ggf. in 2 oder drei Teilen aufbringen. Darüber die untere Beplankung aufbringen.
Radhäuser ausschneiden und ggf. an optionale runde Standard-Innen-Kotflügel aus Metall anpassen.

Türen wie ursprünglich angezeichnet ausschneiden.
Heckklappe freischneiden.
Ausschnitt für Dachluke schneiden.
Regenablauf an Innenseiten von Türen und Klappe anbringen.
Scharniere und Schlösser anpassen, aber nochnicht final montieren.
Grundieren, lackieren
Elektroinstallation




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