Galley box (auch Kitchen box)
Die Mini-Küche für den Kofferraumvom TR4Wenn kein Teardropanhänger nachgezogen werden soll, man aber doch ein ausgedehntes Picknick am Wochenende, vor, während, nach Treffen, Ausstellungen oder Rallyes (OK, nicht "während" einer Rallye) machen oder mit Zelt unterwegs sein möchte, dann sollte eine minimalistische Küche mit an Bord sein. Eine Galley Box muss her und sie soll die folgenden Anforderungen erfüllen:
Sie muss...- leicht sein. Ich denke eher an 1500g leer und je nach Ausstattung so um die 6kg voll anstatt 35kg leer und fast 70kg voll wie bei der Camp Champ; aber die ist ja auch full size für 6 Personen.
- klein sein, sodass sie problemlos noch neben Campingtisch (ist auch nochmal ne Extra-Sache) und -stühlen in den Kofferraum passt. Als Maß gebe ich mal eine Euro(sic!)box vor mit 40 x 30cm in der Grundfläche und 25cm Höhe vor. Mehr Höhe gibt die Kofferraumkrümmung schwerlich her.
- all das enthalten, was man braucht, um
- Kaffee und/oder Tee zu kochen
- Müsli, Brot/Brötchen/Scones zu essen
- Eier mit Speck zu braten
- z.B. Spaghetti Bolognese zu kochen Die dafür notwendigen Lebensmittel brauchen nicht enthalten zu sein, aber die Utensilien und Gewürze, Zucker, Teebeutel schon.
- Es soll alles möglichst einzeln entnehmbar sein; und zwar so, wie man es braucht. Also nicht Kiste erstmall komplett leeren oder durchwühlen müssen und wenn man den Kocher schon an hat, nochmal alles aus und abbauen, um an einen vergessenen Teller oder den Salzstreuer kommen zu können. Also mindestens mal eine Kiste, die an der Vorderseite zu öffnen ist. Gegenbeispiele hier: Tasche bzw. Alubox
- Der Kocher muss fest stehen und darf nicht umfallen können. Das ist insofern wichtig, da ich einen Mini-Kocher direkt auf einer Gaskartusche verwenden möchte. Das würde dann nämlich viel höher als breit und mit aufgesetztem Topf auch noch sehr kopflastig. Also muss die Box die Kartusche sicher halten können.
- Waschbecken und Frischwassertank. Dazu reicht Wasser aus der Flasche oder eine Sprühflasche mit Wasser und etwas Spülmittel sowie Haushaltspapier meist auch aus und man braucht weder Becken noch fließend Wasser.
- Zweite Flamme beim Kocher.
- Weil ja auch keine Lebensmittel (s.o.) in die Box sollen, braucht auch keine Kühlbox o.ä. mit hinein. Die muss für Butter, Aufschnitt, Milch oder auch die Marmelade und clotted cream für die Scones separat mitgenommen werden. Eine kleine Kühltasche und Kühlakkus sollten dafür ausreichen.
Auf Folgendes kann verzichtet werden, weil die Box ja nur für Kurztrips gedacht ist:
Mal sehen, ob das gelingt...
Es müssen also rein:
- (einflammiger) Kocher und Gaskartusche
- Windschutz
- Topf
- Pfanne
- Teekessel
- Teller groß und klein
- Müsli-/Suppenschüsseln
- Tassen
- Besteck
- Schaber/Pfannenwender
- Kochlöffel
- ggf. kleiner Schneebesen. Der, den ich habe ist allerdings wohl ein Stückchen zu lang. Zur Not tut's auch eine Gabel
- Schneidebrett
- Haushaltsmesser
- Dosen-/Flaschenöffner/Schweizer Taschenmesser
- Gewürze
- Öl, ggf. auch Essig
- Müllbeutel
- Geschirrtuch
- Spülschüssel und/oder Sprühfläschchen mit Wasser und etwas Spüli
- Schwamm
- Tee, Zucker, Kaffee (in Stick-Packs wäre OK; aber Tee ist sowieso englischer. Wenn der Platz es noch zulässt, dann also doch noch Filterhalter, Filtertüten, Kaffeepulver)
Zum Heben soll ein Lederriemen seitlich drankommen, mit Buchschrauben befestigt.
Evtl. kommen noch kleine klappbare Beinchen drunter. Mehr als 40cm Höhe wird nicht gehen, weil die Box ja nur 40 cm breit ist. Das könnte aber trotzdem etwas kippelig werden.
Besser ist es, wenn die Box auf dem Campingtisch verwendet wird. Bei zwei Personen an einem 4-er Tisch sollte da kein Platzproblem aufkommen. Möchte man schnell mal unterwegs einen Tee kochen und dafür nicht gleich den Tisch aufbauen, dann könnte man die Box auch im Kofferraum lassen. Allerdings ist die Abdeckung der Reserveradmulde nicht waagerecht sondern steht -dem Verlauf des Rahmens geschuldet- hinten ca. 7° hoch. Dafür müsste also passend ein Keil untergelegt werden.
Von der Menge her: Da der TR4 als Zweisitzer zugelassen ist, kommt alles nur für 2 Personen mit.
Ich baue zuerst mal einen Prototypen. Sollte der aber schon gut sein, bleibt es dabei. Außerdem möchte ich an der kleinen Box ein paar Techniken üben, die ich ggf. beim Teardropanhänger brauchen kann, die ich aber bisher nicht angewendet habe, wie z.B. Zinken fräsen, um winkelgetreue, gerade, passende und feste Verbindungen herzustellen, ohne allzuviel Verstärkungsleisten in Ecken kleben zu müssen.
Hierzu benutze ich meinen selbstgebauten Frästisch mit fest eingebauter Makita Handfräse und einen ebenfalls selbstgebauten Aufsatzschieber für die Zinken. Leider sind am Anfang neben den Aussparungen immer am linken Ende (also dort, wo der Fräser aus dem Holz wieder herauskommt) ganz massiv Absplitterungen aufgetreten. Das hat mich bei dem billigen Pappelsperrholz nicht wirklich gewundert, aber Versuche mit Mahagoni-Sperrholz haben den gleichen Effekt gezeigt. Aufkleben von Klebeband auf die Oberfläche hilft auch nicht. Lediglich eine Vorhalteplatte kann die Absplitterungen vermindern oder gar unterbinden.
Die bis jetzt schon vorhandenen Absplitterungen werde ich mit Holzspachtel wieder füllen...
Hier das erste Bild von der Galleybox im Rohzustand. Es fehlen noch die Halter vor den Gewürzen, die für Kochlöffel und Pfannenwender, eine Filzschachtel für das Besteck sowie die Scharniere der beiden Vordertüren; und natürlich der Anstrich. Ich überlege auch, auf die Oberseite noch einen Hitzeschild aus Blech anbringenwegen der Wärmeabstrahlung des Kochers nach unten. Das wird sich dann beim ersten Teekochen zeigen, ob dies notwendig ist oder nicht. Der Blech-Windschutz liegt im Bild zusammengefaltet links neben dem Kocher.Man erkennt aber schon, wie es werden soll: Der vorne offene Korpus ergibt die Basis. Die Deckelhälften werden nach außen geklappt und bilden Ablagen. Diese werden von unten durch die seitlich aufklappbaren Vorderseiten gestützt.
Bitte nicht von den Dimensionen von Essig- und Ölflasche oder dem Haselnussaufstrich verwirren lassen. Das sind Mini-Ausführungen der Normalgrößen. Die Schokocreme reicht wahrscheinlich gerade mal für zwei Brötchenhälften.
Die großen Teller haben hingegen Normalgröße: 25cm im Durchmesser. Es geht schon fast alles rein, was man auf dem Bild sieht und es ist noch Platz für etwas Kleinkram, der oben gelistet ist. Einzige Ausnahme: Der Kaffeefilteraufsatz. Dafür muss ich aus der mittleren Trennwand noch etwas heraussschneiden. Der Filteraufsatz hat übrigens zwei Öffnungen und lässt sich runterfallsicher auf zwei Tassen gleichzeitig aufsetzen. Das erspart gleich die separate Kaffeekanne.
Erstaunlich, was in nur 40x30x25cm so alles reingeht.

Inzwischen ist die Box innen mit Porenfüller behandelt und außen moosgrün lackiert. Das war ein Fehler. Der verwendete Lack (ich hatte ja noch vom Swingcolor Metallschutzlack der Kotflügel vom Teardrop viel über) war viel zu dick eingestellt und trocknet auch nicht vollständig durch. Selbst nach Wochen hinterlässt die Box dort Spuren, wo sie abgestellt wird.
Also müssen einerseits Füßchen drunter und der Lederriemen ist auch noch nicht dran. Dazu müsste ich mir mal Gürtelleder kommen lassen...
Nachtrag: Der Lederriemen ist inzwischen dran und erleichtert das handling sehr. Die grüne Farbe ist nach einem Jahr immer noch nicht komplett trocken und hinterlässt Spuren.
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